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Vikan – von Lokal zu Global

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Gründung der Fabrik 1898

Vikan ist heute einer der führenden Hersteller von professionellen Reinigungsgeräten. Das es einmal so weit kommen sollte, hat A. P. Pedersen sicher nicht geahnt, als er 1898 seinen Betrieb unter der Bezeichnung Skive Børstefabrik (Bürstenfabrik Skive) gründete.

Pedersen war damals 29 Jahre alt. Er entstammte einer Bauernfamilie, entschied sich jedoch für eine Lehre als Bürstenbinder. Ein Grund hierfür war, dass er eher klein und dünn war und er deshalb Schwierigkeiten mit der harten körperlichen Arbeit auf dem Land bekommen hätte.

Tüchtiger Handwerker mit gutem Kundendienst

Die Kundenbasis war bescheiden, und so begann A. P. Pedersen vorsichtig - selbst als einzigem Beschäftigten.

Doch der Bürstenbinder Pedersen war ein tüchtiger Handwerker und bot einen sehr guten Kundendienst. Daher zog er rasch neue Kunden an, u. a. aus einer örtlichen Bürstenfabrik, die in Skive zuvor allein auf dem Markt war.  

Bald brauchte er mehr Personal für seine Fabrik, die sich zunächst in der Thinggade in Skive befand.

Fabrikbrand 1918

1918 kam es zu einer Katastrophe: Die Fabrik brannte nieder, was A. P. Pedersen große finanzielle Verluste einbrachte.

Die Existenz der Bürstenfabrik war bedroht. Mit Hilfe der Bank gelang es ihm jedoch, die Krise zu überwinden und die Firma konnte überleben und weiter expandieren.

Generationswechsel

1933 erfolgte in der Fabrik ein Generationswechsel. A. P. Pedersen war 64 Jahre alt geworden und übertrug die Geschäftsführung auf seine beiden Söhne Carl Vilhelm und Gunnar Pedersen.

Vier Jahre zuvor war in der Thinggade ein neues, repräsentatives Fabrikgebäude errichtet worden. Das Gebäude wurde von dem Architekten H. Toft Hansen entworfen, der übrigens der erste Lehrling von A. P. Pedersen gewesen war.

Vom Handwerksbetrieb zur Fabrik

Trotz ihres Namens begann die Skive Børstefabrik als traditioneller Handwerksbetrieb. Doch schon in den 1930er Jahren wurden im Betrieb einige Arbeitsabläufe mechanisiert, die zuvor in reiner Handarbeit ausgeführt worden waren.

Erstes Gebäude in Fertigbauweise in Dänemark

Nach und nach wurde der Platz knapp in den Gebäuden der Skive Børstefabrik in der Thinggade. Daher wurde 1955 eine neue, 6000 Quadratmeter große Fabrik im Viborgvej 7 in Skive errichtet.

Dieses Gebäude schrieb dänische Architekturgeschichte. Zum ersten Mal wurde ein so großes Gebäude aus vorgefertigten Betonelementen ohne Maurer errichtet.

Namenswechsel

Seit den 1920er Jahren tauchte der Name Vikan (das auf Dänisch ganz einfach "Vi kan", also "Wir können" heißt) auf vielen Produkten des Unternehmens auf - allerdings nur als Markenbezeichnung.

Als die neue Fabrik im Viborgvej fertig war, wurde ein Logo mit dem Namen Vikan am Giebel zur Straße hin angebracht. In den darauffolgenden Jahren hieß die Fabrik offiziell VIKAN A/S - Skive Børstefabrik.

Seit 1997 wird ausschließlich der Name Vikan verwendet.

Mehrere Standorte

Seit Ende der 1950er Jahre und in den folgenden Jahrzehnten verteilte sich das Unternehmen auf mehrere Standorte in Skive.

Neben der ursprünglichen Fabrik in der Thinggade und der Fabrik im Viborgvej gab es u. a. auch eine Produktion und Lager in neuen Räumen in der Jernbanegade.

1970 wurden alle Aktivitäten in einer völlig neuen Fabrik im Frisenborgvej in Skive konzentriert. Diese Fabrik wurde später erweitert.

Export

Bereits in den 1930er Jahren gab es Pläne, die Produkte aus der Fabrik auch im Ausland zu vertreiben. Doch damals blieb es bei den Plänen. Ein eigentlicher Export wurde Anfang der 1960er Jahre aufgenommen. Richtig in Schwung kam der Export in den 1970er Jahren.

1992 übernahm Vikan seinen größten Konkurrenten in England, und in den folgenden Jahren wurden darüber hinaus Tochtergesellschaften in Schweden und Deutschland gegründet.

Heute steht der Export für rund 90 Prozent der Produktion von Vikan.

Zunehmende Automatisierung

In den 1990er Jahren begann bei Vikan ein Automatisierungsprozess, der bis heute anhält. Die ersten Industrieroboter wurden eingeführt, und seither sind viele hinzu gekommen.

Heute ist Vikan ein topmodernes, innovatives Unternehmen, das in seinem Feld auch technologisch zu den führenden auf der Welt zählt.

Neue Eigentümer

Bis 1986 war Vikan ein Familienunternehmen, dessen Wurzeln bis zurück zum Fabrikgründer A. P. Pedersen reichten.

1986 wurde ein Großteil der Aktien an E. H. Bodilsen A/S, Glyngøre, sowie die beiden Investmentgesellschaften Dansk Kapitalanlæg A/S und Investor Venture A/S verkauft, die zusammen die Aktienmehrheit in der Gesellschaft hatten.

1988 verkauften sie die Aktien an Bay & Vissing Holding A/S, damals der größte Bürstenhersteller Dänemarks.

Vikan heute

Vikan ist heute ein global ausgerichtetes Unternehmen, das Reinigungsgeräte- und Ausrüstung für eine große Palette an Branchen entwickelt, fertigt und vertreibt.

Das Unternehmen beschäftigt insgesamt rund 225 Mitarbeiter.

Eigentümer von Vikan sind die Vissing Fonds (90%) und der Geschäftsführer des Unternehmens Carsten Bo Pedersen (10%)

Die Vissing Fonds vergibt jährlich Millionenbeträge an wohltätige Zwecke.